Montag, 23. August 2010
Lampenschirmlover
Meine Nachtfalterblicke suchen nach
Bahnhofslaternen, schwirren durch
verknotete Menschen bis sie
auf deinen Lippen landen.

Wo Worte zu viel sind sprechen
Hände verkeilen sich Finger
setzen Münder Schleier
auf meine Gläser.

Als die Lichter ausgehen
wisch ich dich von der Linse
schmeiß mein Lämpchen in
unseren Fluss und vergesse
zu flügeln.

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Sonntag, 6. Juni 2010
Kokosmilch
Wir fahrn ganz nach oben mit Klappergedanken schächtig aufwärts;
Unsre Pupillen könnten Saugnäpfe sein und die Wirklichkeit sprudelt bunte Farbkleckse durch die summende Nachtluft.
Die Luke klappend klettere ich beflügelter Gedanken kopfwärts in den funkelnden Kosmos, leihe dir meinen Arm und sehe uns, kaum später, schwer atmend über den Sternen schweben.
Ich brauch keine Worte zu verrenken, schenke dir nur meine Blicke, während ich eine fallende Strähne aus deinem Gesicht streichle; Greife Wohlgeformtes und drehe angehoben uns beide im Kreis, die Stadtlichter verschwimmen mit dem Geruch deiner Haare zu Kokosmilch und im nächsten Augenblick stehen wir palmschattig am weißen Sandstrand im blaugrünen Ozean deiner Augen.
Ich hebe den Blick abwärts, lässiglocker wie du dich kleidest pumpst du Endorphine durch meine pulsenden Venen. Unsere Lippen finden sich endlich leichtfüßig und melodisch spielen wir unsere eigene kleine Ouvertüre.
Wie wir da sitzen und deine Gedanken an meiner Schulter lehnen färbt sich am entferntesten Ort der Himmel violett schleierwerfend über die Sphären, öffnet uns stillschweigenden die Tür.

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Sonntag, 21. Februar 2010
Paradiesvogel
Eine Kokosnuss in meinen Händen,
verholztest Glück in Europalette.
Wie kann ich eine nur schütteln
sie wird ja doch nicht wieder grün.

Die Korallen des Glückseligen
verendet im Salzwasser von Belanglosigkeiten
Tauchen lohnt nicht (mehr),
Die Lungen brennen mir.

Dicke Tränentropfen versinken im Meer.
Die Erinnerungen vom Paradies schmecken salzig im Gehirn
Und der Pandangbaum trägt keine Kinder mehr.

Du warst meine Insel.

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Freitag, 29. Januar 2010
Fast away
Der wind pflanzt zärtlich Rosen in den Kai
auf dem trübgrünen Wasser treiben Inseln aus verwehtem Grün.
Du würdest dein Leben auf den Harken an der Wand hängen
mit dem stolzen Blick eines
Revolutionärs
die Glückseeligkeit erobern.
Es wundert dich kaum, dass die Welt sogleich nach dir brüllt
dir mit der Peitsche der Zivilisation
bewusst werden lässt:
Für die Kette an deinem Fuß gibt es keinen Schlüssel.

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Freitag, 25. Dezember 2009
Hallo Welt.
Lange Zeit ist verstrichen, seit ich das letzte Mal in dieses Gebieten des Internets wandelte, nicht zuletzt, weil mir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten die Zeit dazu fehlte als auch deswegen, da viele Gedanken erst strukturiert werden müssen, ehe sie in Worte gefasst und als Text niedergelegt werden können.
Da ich über die Feiertage etwas zur Ruhe komme, bemühe ich mich mein Versäumnis aufzuarbeiten.

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Freitag, 4. Juli 2008
Sommerelend
Die Wolkendecke kotzt fiebriges Licht
welches sich seinerseits in Baumbegrünungen übergibt
deren Halbwärtszeit blattläusig scheint,
und gekonnt hindurch bricht.

Eine bärtige Dame
fett, flügelich, fanatisch
begattet vom Met einer fleischigen Pflanze
verwirrt
einen Blumenmacho - oben ohne.

Wie Knoblauch in einem Döner
stinkt die Welt nur süßer
bei fünfunddreißig grenzwärtig
sollte Schluss sein,
sagt wer ? ,

aber das Eis will auch wieder
flüssig sein,
wie der dümmliche Saufkopf,
ein saufender Dummkopf an der Ecke,
die Polschalen als Bettelkappe
auf Pump gekauft.

Wo sich im Frühjahr noch Krokusse prostituierten
patrouillieren bald schon
haltlosen Zuhälter
um zu glätten, was zu glätten ist,
- der Garten muss grün werden.

Im Sommer wird die Welt so menschlich.

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Freitag, 21. Dezember 2007
Tränen.
Neulich stellte ich fest, dass ich schon sehr lange nicht mehr geweint hatte. Ich fragte mich, ob man es verlernen könne. Der Gedanke machte mich sehr traurig. Ich musste weinen. Aber nur kurz und leise, die Gefahr gesehen zu werden verjagte die Freude.

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Montag, 29. Oktober 2007
Blockgedanken
Da frierst du!
Stürzend durchs mattgraue Schwarz
Und dann plötzlich heller, nur kurz.
Du schaust zurück.

Hinter dir du selbst,
Doch rascher, um aufzuholen
Bis das Licht dich im Ganzen okkupiert.
Und wieder nur du.

Zählend, denkend.
Sieben, neun, elf Seelen in der Höhe.
Die vielen Geschichten hinter ihnen.
Wer will sich langweilen?

Wenigen begegnend.
Und sind es immer wieder die selben
Dann fällt es auch nicht minder auf.
Es ist ja gleich.

Da spürst du es!
Ein Gefühlsausbruch deiner Tasche.
Wo hin des Weges, Wandersmann?
Ach,ist‘s wohl schon sieben?

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Samstag, 22. September 2007
Venus.
Die Gelegenheit der freien Zeit, die mir das Wochenende liefert möchte ich nutzen, um endlich wieder Gedanken in die unendlichen Verkabelungen des Internets zu streuen. Auf meinem Bett liegend und von Jazzmusik beschleiert kann ich aus dem Fenster und dann auf den klaren , bläulich- weißen Himmel blicken. Diese Bild vernetzt mit meiner momentanen Müdigkeit lässt mich die heutigen Morgenstunden reflektieren. Um sechs Uhr aufgestanden sollte ein Blick in die Sterne geworfen werden, die Venus stand auf dem Programm. Der Aussicht war phänomenal, so dass das Scheibchen ihrem Ruf als Liebesgöttin allemal gerecht wird. Zart und fein tanzte die kleine Sichel über den Okularauszug meines Teleskops. Nur zu schade, dass die von mir konzipierte Technik beim Fotografieren dieses Kleinods versagte. Inzwischen habe ich meine Vorgehensweise geändert, was mir morgen noch einmal ein frühes Aufstehen beschert. Wahrscheinlich wird es nichts nützen, die schönsten Bilder spielen sich sowieso jenseits aller Materialität, in unseren Erinnerungen ab. Hier genießen wir die Möglichkeit des Manipulierens, die unserer Fantasie Türen in bodenlose Räume mit kolorierten Wänden öffnet. Hier haben wir die Freiheit, mit den einfallenden Sonnenstrahlen zu tänzeln und nachts den Mond zu bewundern.
Dabei ist Freiheit ein so verträumtes Wort, dass wir gar nicht wissen, wie wir es richtig definieren. Wir jagen ihr hinterher, wie eine räudige Katze einer kleinen Fliege und können sie doch nicht fassen, und können bei näherer Grübelei nicht einmal genau sagen, was wir eigentlich genau suchen. Dabei geben wir auf der Reise so viel auf, dass wir ganz vergessen, dass glücklich sein alleine schon Freiheit der Seele bedeutet. Wer kann das Glück zurück geben, wenn man es einmal mit dem Besen vor die Tür gefegt hat? Ich kann es nicht. Ich kann mir nur die Venus durch mein winziges Fernrohr anschauen, und sehen, dass die Göttin der Liebe vor Glück auf und nieder tanzt.

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Kellerwelten.
Von oben werfen dicke Wänste Schatten
Im greisen Licht entfernter Sonnenstrahlen.
Und mit den abgeschlafften Mäulern mahlen
die faulen Zähne ohne zu ermatten.

Im Keller malträtieren sich die Ratten
Wo magre Kater mit dem Dasein prahlen
Vor Streunerkatzen die sie gut bezahlen
Um zügellos im Rausch was zu begatten.

Zum Hohen fliegen nur die kecken Spatzen
Wo Geieraugen lange kreise ziehen
Die schon auf ihren tiefen Absturz lauern.

Wenn spät am Abend all die fetten Fratzen
In ihre warmen Wolkenschlösser fliehen
Ist kaum mehr Zeit die Welt noch zu bedauern.

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Samstag, 15. September 2007
Fruchtsonett
Ich rieche sanfte Erdbeerduftergüsse
kann Pfirsichhaut mit meinen Fingern schmecken
und mir den Mund mit Traubensaft bedecken
wenn zuckersüß ich deine Lippen küsse.

Allein muss ich den Grapefruit Mund verstecken
und treibe ziellos durch Zitronenflüsse.
Ich denk dann an die fruchtigen Genüsse
um Kürbiscreme als Himbeereis zu schlecken.

Berauscht durch diese sonnigen Gedanken
will ich in deinen Obstplantagen liegen
um süßen Blütennektar aufzutanken.

Dann könnt ich mit den Schmetterlingen fliegen
und unbemerkt zu dir herüberschwanken
um mich an deine weiche Brust zu schmiegen.

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Freiheit
Frischer Wind hauchte an seinem Gesicht vorbei, ließ seine splissigen Haare aufwehen und erfüllte sein Gemüt mit einem Gefühl bisher unbekannter Freiheit. Dann blieb er plötzlich stehen. Seine Blicke schweiften durch die wohlduftende Landschaft. Sie glitten erst über das Gras, das an seinen Beinen kitzelte und von Morgentau bedeckt einen kühlen Kontrast zur erwachenden Sonne stellte. Sie schwebten weiter über die fernen Hügel, die mit dem sanften Rot blühender Mohnfelder benetzt schienen, dann hinüber zum kleinen Wäldchen, das märchenhaft in Einklang mit den umliegenden Wiesen wie eine Festung der Geborgenheit aufragte, zuletzt hinauf in den Himmel, wo die blassen Wölkchen phantasievolle Figuren auf das orangene Blau des Morgenhimmels zeichneten.
Noch bevor er es merkte, lag er schon im erfrischenden Grün und seine Lungen atmeten die berauschende Röte. Er hatten ihn so lang gesucht, den Ort, an dem er frei sein konnte. Erst hier hat er ihn gefunden. In diesen Moment konnte er erstmals seit seiner Geburt das Leben fühlen. Er fragte sich, womit er so viel Zeit vergeuden konnte. Die Stadt, mit den muffigen Gassen, den übel riechenden Straßen und den stinkenden Fabrikhallen, den unfreundlichen Geschäftsmännern, seiner versifften Wohnung im fünften Stock eines Plattenbaus, der Hektik, dem Lärm und vor allem mit der unvorstellbare Einsamkeit bildete sich kurz vor seinem geistigen Auge ab. Ein solcher Schauer durchlief seinen Körper von den Zehen bis zum Nacken, dass er diese Alptraumbilder sofort wieder fallen ließ.
Er griff in seine Tasche und fingerte sich eine Zigarette in den Mund. Hier kann ich frei sein, dachte er, während er einen tiefen Zug nahm. Frei von allen Zwängen.

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Freitag, 14. September 2007
gesucht.
Hier möchte ich sogleich mit einem meiner Gedichte anfangen. Es entstand vor ein paar Wochen...


Gesucht.
Okulierte Augenmeere
Dingverfälschter Flüsterton
Sterne auf der Hemisphäre
Sind dem Efeu nicht entflohn.

Abgrutschte Honigküsse
Suchen süße Einsamkeit.
Tangentiale Glücksergüsse
Nur zur angebrachten Zeit.

Stummgehofte Räumlichkeiten
Lassen Blicke kollidieren,
Die in Erdbeersirupzeiten
sich mit bunten Federn ziern.

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Freitag Abend im Nirgendwo...
... Der Himmel hat sich nach den letzten tränenreichen Wochen ein wenig beruhigt, er scheint jetzt fröhlicher zu sein, versteckt seinen Kummer und zeigt sogar ein Lächeln! Er hat gerade Spass daran, mit den Sonnenstrahlen zu spielen, eben jagte einer von ihnen über den roten Horizont und traf mich wärmend im Gesicht. Ein netter Freitag Abend hier im Nirgendwo. Ich möchte die Gelegenheit des letzten Sommergefühls nutzen, und meinen neuen Blog einweihen. Hier soll demnächst für alles, was mich beschäftig, was ich erlebe, für Gedichte, für Geschichten und für Anekdoten aus meiner Feder Platz sein. Natürlich, sollte sie konstruktiv und sachlich sein, auch für Kritik. Wie regelmäßig neue Werke zu finden sein werden, kann ich nicht sagen. In stressigen Zeiten kann es schwer sein, ruhige Minuten zum Nachdenken zu finden.

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und kommentieren!

Euer Glasauge

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